
Überstunden steuerfrei ab wann: Die Regelungen ab 2026
Viele Arbeitnehmende in Deutschland arbeiten regelmäßig mehr als vertraglich vereinbart – und versteuern jeden Cent davon. Jetzt plant die schwarz-rote Koalition eine steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen. Was konkret geändert werden soll, wer davon profitiert und warum Experten bereits Fragen aufwerfen, erklärt dieser Überblick.
Geplantes Startdatum: 1. Januar 2026 · Betroffene Zuschläge: bis max. 25 % des Grundlohns · Vorgeschlagene Obergrenze: bis 2.000 Euro (Vorschlag) · Initiator: Koalitionsvertrag CDU/CSU-SPD · Status: Geplant, nicht gesetzlich fixiert
Kurzüberblick
- Geplant ab 2026 (Papershift)
- Nur Zuschläge, nicht der Grundlohn (Factorial HR)
- Nicht alle Überstunden betroffen (Papershift)
- Exakte Obergrenze in Euro oder Stunden
- Geltung für Teilzeitkräfte
- Gesetzliche Fixierung steht aus
- Gesetzgebungsverfahren muss noch abgeschlossen werden
- Finale Regelung kann vom Entwurf abweichen
- Unternehmen sollten Zuschlagsregelungen prüfen
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Parameter der geplanten Steuerfreiheit zusammen.
| Label | Wert |
|---|---|
| Startdatum | 1. Januar 2026 (geplant) |
| Zuschlagshöhe | max. 25 % des Grundlohns |
| Initiator | CDU/CSU-SPD Koalitionsvertrag |
| Status | Vorgeschlagen, nicht verabschiedet |
| Vollzeit (tarifgebunden) | mindestens 34 Wochenstunden (DATEV Magazin) |
| Vollzeit (nicht-tariflich) | 40 Wochenstunden (DATEV Magazin) |
Wann werden Überstunden steuerfrei?
Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, veröffentlicht im April 2025, sieht vor, Überstundenzuschläge künftig steuerfrei zu stellen. Die Koalition schreibt auf Seite 48 des Vertrags, man wolle „Zuschläge für Überstunden steuerfrei” stellen. Ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom September 2025 konkretisiert die Pläne: Demnach soll die Steuerfreiheit für Zuschläge gelten, die über die tariflich vereinbarte oder an Tarifverträgen orientierte Vollzeitarbeit hinausgehen.
Geplantes Datum: 1. Januar 2026
Als realistisches Inkrafttretensdatum gilt der 1. Januar 2026. Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Umsetzung in seiner Regierungserklärung vorangetrieben, wie Factorial HR berichtet. Die Steuerfreiheit soll demnach umgehend wirksam werden, ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren befindet sich jedoch noch in Bearbeitung.
Aktueller Gesetzesstand
Aktuell sind Überstundenvergütungen vollständig steuer- und beitragspflichtig. Einzige Ausnahme: Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit nach § 3b EStG, die bereits heute steuerfrei gestellt sind. Die geplante Änderung würde diese Regelung erweitern und gezielt Überstundenzuschläge einbeziehen.
Werden Überstunden steuerfrei ab 2026?
Ja – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Der Referentenentwurf sieht Steuerfreiheit ausschließlich für Zuschläge vor, die einen bestimmten Prozentsatz des Grundlohns nicht überschreiten. Laut Factorial HR sind das maximal 25 Prozent des Grundlohns. Der Überstunden-Grundlohn selbst bleibt steuer- und beitragspflichtig.
Die Begünstigung betrifft nur die Lohnsteuer – Sozialabgaben fallen weiterhin auf die Überstundenzuschläge an. Arbeitnehmende sparen also Einkommensteuer, nicht aber ihre anteiligen Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Die praktische Konsequenz: Wer regelmäßig Überstunden leistet, sollte die eigene Lohnabrechnung genau prüfen, um die mögliche Ersparnis realistisch einzuschätzen.
Bedingungen für Zuschlagssätze
Voraussetzung ist, dass ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung einen Zuschlagssatz definiert. Überstundenzuschläge sind laut Clockin nicht verpflichtend – ihre Höhe hängt von den jeweiligen Vereinbarungen ab. Ohne solche Regelungen im Betrieb bleibt die Steuerpflicht bestehen.
Koalitionsvertrag-Details
CDU Deutschlands verdeutlicht die Pläne in einem Flugblatt vom Juli 2025: „Unsere Idee ist, dass Überstundenzuschläge künftig steuerfrei sind” für Vollzeitbeschäftigte. Gleichzeitig sollen Prämien begünstigt werden, die Teilzeitbeschäftigte zu einer Vollzeitausweitung motivieren sollen.
Wie viele Überstunden sind steuerfrei 2026?
Eine feste Stundenobergrenze ist im aktuellen Entwurf nicht definiert. Stattdessen wird ein Euro-Betrag diskutiert: Laut Spendit wurde ein Vorschlag von bis zu 2.000 Euro als Obergrenze für steuerfreie Überstundenzuschläge geäußert. Diese Summe ist jedoch noch nicht gesetzlich fixiert.
Obergrenzen und Vorschläge
DStV (Deutscher Steuerberaterverband) unterstützt das Ziel der Steuerfreiheit, kritisiert jedoch die Anwendungsfragen. In einer Mitteilung vom 22. Mai 2025 weist der Verband darauf hin, dass unklar bleibe, wann genau eine Überstunde beginnt – etwa bei flexiblen Arbeitszeitmodellen oder Gleitzeitregelungen.
Beispiele für Berechnung
Bei einem Stundenlohn von 25 Euro und einem Zuschlag von 25 Prozent ergibt sich ein Zuschlag von 6,25 Euro pro Überstunde. Dieser Betrag wäre steuerfrei, der Grundlohn von 25 Euro bleibt steuerpflichtig. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom persönlichen Steuersatz ab.
Ohne eine klare Definition von „Überstundenbeginn” können Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen Probleme bei der Anwendung haben – besonders in Branchen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten.
Was dies bedeutet: Die Steuerfreiheit bringt nur dann einen echten Vorteil, wenn Betriebe ihre Zuschlagsregelungen sauber dokumentieren und abrechnen.
Für wen werden Überstunden steuerfrei?
Die Steuerfreiheit richtet sich primär an Vollzeitbeschäftigte. Laut DATEV Magazin gilt Vollzeit bei Tarifbindung als mindestens 34 Wochenstunden, bei nicht-tariflich geregelten Verhältnissen als 40 Wochenstunden. Teilzeitkräfte erhalten nach aktuellem Planungsstand keine direkten Zuschlagsbefreiungen.
Vollzeit vs. Teilzeit
Die Koalitionspläne sehen vor, dass Überstunden nur dann steuerfrei sind, wenn sie über die vereinbarte Vollzeit hinausgehen. Teilzeitkräfte, die ihre Arbeitszeit ausweiten, sollen laut Smartsteuer stattdessen steuerlich begünstigte Prämien erhalten – ein separater Mechanismus.
Factorial HR weist darauf hin, dass Personen, die kürzlich auf Teilzeit umgestiegen sind, vom Entwurf ausgeschlossen werden könnten. Dies betrifft Arbeitnehmende, die bewusst ihre Stunden reduziert haben.
Branchen wie Pflege und Bau
Für Branchen mit hohem Überstundenaufkommen – etwa Pflege, Bau oder IT – könnten die Regelungen besonders relevant sein. Der DGB kritisiert jedoch, dass ohne eine verbindliche Arbeitszeiterfassung die Berechnung der steuerfreien Beträge schwierig wird. Gewerkschaften haben Proteste gegen geplante Änderungen zur 4-Tage-Woche angekündigt, wie Focus berichtet.
Viele Überstunden in Deutschland bleiben laut Focus unbezahlt – etwa weil Arbeitgeber Gleitzeitkonten statt Auszahlung anbieten. Für diese Fälle ändert sich durch die Steuerfreiheit rein gar nichts.
Die Implikation: Die geplante Steuerfreiheit verfehlt Arbeitnehmende, die keine Auszahlung ihrer Überstunden erhalten.
Wann können Überstunden steuerfrei ausbezahlt werden?
Sobald das Gesetz in Kraft tritt – voraussichtlich am 1. Januar 2026 – können Arbeitgeber steuerfreie Zuschläge auszahlen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Eine Rückwirkung ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Sobald das Gesetz in Kraft tritt – voraussichtlich am 1. Januar 2026 – können Arbeitgeber steuerfreie Zuschläge auszahlen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, mehr lesen uber guide aktualitetsmagasin.se. Mehr lesen uber guide aktualitetsmagasin.se
Auszahlungsregeln
Die Auszahlung muss als eigener Zuschlag auf der Lohnabrechnung ausgewiesen werden. Nur dieser Zuschlagsanteil wäre steuerfrei, nicht der gesamte Überstundenlohn. Unternehmen müssen ihre Abrechnungssysteme entsprechend anpassen.
Rechner und Beispiele
Bis zur endgültigen Verabschiedung des Gesetzes bleiben viele technische Fragen offen. DATEV wird voraussichtlich Tools und Informationen bereitstellen, sobald die finale Regelung feststeht. Arbeitnehmende können bereits jetzt prüfen, ob ihr Betrieb Zuschlagsregelungen hat und wie hoch diese ausfallen.
Wer regelmäßig Überstunden leistet, sollte gemeinsam mit dem Arbeitgeber klären, ob und wie Zuschläge künftig steuerfrei abgerechnet werden können. Nach der Einführung ab 2026 könnte sich die steuerliche Belastung merklich reduzieren.
Was ist sicher – was bleibt Spekulation?
Vier Punkte sind nach aktuellem Kenntnisstand belastbar, vier weitere bleiben offen.
Bestätigte Fakten
- Koalitionsvertrag enthält Steuerfreiheit für Überstundenzuschläge (April 2025)
- Zuschläge bis 25 % des Grundlohns im Fokus
- Nur Lohnsteuer betroffen, Sozialabgaben bleiben
- Vollzeitkräfte als primäre Zielgruppe
- Keine Rückwirkung geplant
Was noch unklar ist
- Exakte Obergrenze in Euro
- Geltung für Beamte
- Behandlung von Pflegekräften
- Definition bei flexiblen Arbeitszeiten
- Gesetzliche Fixierung steht aus
Was die Akteure sagen
„Zuschläge für Überstunden sind zukünftig steuerfrei, wenn sie ‘über die tariflich vereinbarte beziehungsweise an Tarifverträgen orientierte Vollzeitarbeit hinausgehen.’”
— Koalitionsvertrag CDU/CSU-SPD, April 2025
„Wir stellen umgehend Überstundenzuschläge steuerfrei.”
— Koalitionsvertrag CDU/CSU-SPD, April 2025
„Lassen wir die Menschen doch wieder arbeiten.”
— Manuel Hagel, CDU-Spitzenkandidat Baden-Württemberg (Focus)
„Unsere Idee ist, dass Überstundenzuschläge künftig steuerfrei sind.”
— CDU Deutschlands (CDU-Flugblatt, Juli 2025)
Der Koalitionsvertrag ist ein deutliches Signal, aber kein Gesetz. Bis zum 1. Januar 2026 kann sich noch einiges ändern – am Ende zählt, was im Bundesgesetzblatt steht. Für Arbeitnehmende in Branchen mit regelmäßigen Überstunden lohnt sich ein Blick auf die eigene Lohnabrechnung: Ab 2026 könnten Zuschläge spürbar mehr wert sein, sofern die Pläne wie geplant umgesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen
Sind Überstunden steuerfrei für Teilzeitkräfte?
Nach aktuellem Planungsstand nicht direkt. Teilzeitkräfte erhalten nach den Koalitionsplänen steuerlich begünstigte Prämien, wenn sie ihre Arbeitszeit ausweiten. Die direkte Steuerfreiheit von Zuschlägen richtet sich primär an Vollzeitbeschäftigte.
Gilt die Steuerfreiheit rückwirkend?
Nein, eine Rückwirkung ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Die Steuerfreiheit soll ab dem Inkrafttreten des Gesetzes gelten – frühestens ab dem 1. Januar 2026.
Sind Überstunden in der Pflege steuerfrei?
Eine spezielle Regelung nur für Pflegekräfte ist im aktuellen Entwurf nicht vorgesehen. Wie für alle Arbeitnehmende gilt: Die Steuerfreiheit greift nur für Zuschläge, die über der Vollzeit liegen und einen bestimmten Prozentsatz des Grundlohns nicht überschreiten.
Sind Überstunden für Beamte steuerfrei?
Beamte unterliegen einem eigenen Dienstrecht. Ob die Steuerfreiheit von Überstundenzuschlägen auch für sie gelten würde, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend geklärt. Dies wäre eine separate Regelung im Beamtenrecht.
Was bedeutet der Koalitionsvertrag genau?
Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD enthält auf Seite 48 die Absicht, Überstundenzuschläge steuerfrei zu stellen. Dies ist ein politisches Versprechen, aber noch kein Gesetz. Ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums konkretisiert die Pläne, muss aber noch vom Bundestag verabschiedet werden.
Gibt es einen Rechner für Überstundenauszahlung?
Offizielle Rechner sind noch nicht verfügbar, da das Gesetz noch nicht verabschiedet ist. Sobald die finale Regelung feststeht, werden Fachportale und Steuerberater voraussichtlich Berechnungstools bereitstellen. DATEV und Haufe bieten bereits allgemeine Informationen an.
Welche Steueränderungen 2026 sonst?
Neben der Überstunden-Steuerfreiheit plant die Koalition weitere steuerliche Entlastungen, darunter Senkungen für niedrige Einkommen. Auch die geplante Umstellung von täglicher auf wöchentliche Höchstarbeitszeiten könnte die Situation für Arbeitnehmende verändern.