
Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: Erfolg oder Flop?
Kaum ein Film hat nach seinem Scheitern so viele Diskussionen ausgelöst wie „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ aus dem Jahr 2003. Was als vielversprechende Comic-Adaption mit Sean Connery startete, entwickelte sich zu einem der berüchtigtsten Flops der Filmgeschichte – und markierte gleichzeitig das Ende einer Legende. Mit einem Budget von 78 Millionen US-Dollar und gerade einmal 17 Prozent positiven Kritiken auf Rotten Tomatoes (Rotten Tomatoes (Kritikerportal)) wirft der Film bis heute Fragen auf: Warum scheiterte er so deutlich, und warum zieht er dennoch so viele Zuschauer in seinen Bann?
Erscheinungsjahr: 2003 ·
Budget: 78 Mio. US-Dollar ·
Weltweites Einspielergebnis: 179 Mio. US-Dollar ·
IMDb-Bewertung: 5,8/10 ·
Rotten Tomatoes (Kritiker): 17 %
Kurzüberblick
- Budget: 78 Mio. USD (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- Einspielergebnis: 179 Mio. USD (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- IMDb: 5,8/10 (IMDb (Filmdatenbank))
- Rotten Tomatoes: 17 % (Rotten Tomatoes (Kritikerportal))
- Ob Connerys Rücktritt ausschließlich auf diesen Film zurückgeht
- Ob eine Fortsetzung jemals wirklich geplant war
- Genauer Wortlaut von Connerys Kritik am Set
- 2001: Ankündigung der Verfilmung durch 20th Century Fox (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- 11. September 2003: Kinostart in den USA (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- 2005: Connery nennt Film „schrecklich“ (FILMSTARTS (Filmportal))
- Reboot bei 20th Century Fox in Planung (TV Spielfilm (Fernsehzeitschrift))
- Justin Haythe als Autor des Skripts (TV Spielfilm (Fernsehzeitschrift))
Acht Kennzahlen fassen zusammen, was den Film ausmacht – und wo er gescheitert ist.
| Erscheinungsjahr | 2003 |
| Regisseur | Stephen Norrington |
| Drehbuch | James Dale Robinson (basierend auf dem Comic von Alan Moore) |
| Hauptdarsteller | Sean Connery, Shane West, Stuart Townsend, Richard Roxburgh, Peta Wilson |
| Budget | 78 Mio. US-Dollar |
| Einspielergebnis | 179 Mio. US-Dollar |
| Laufzeit | 110 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 16 |
Der Widerspruch: Der Film spielte mehr ein als er kostete – und dennoch gilt er als einer der größten Flops der 2000er. Die Erklärung liegt in den horrenden Marketingkosten und den vernichtenden Kritiken, die das Franchise-Potenzial zunichtemachten.
War „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ ein Erfolg oder ein Flop?
Einspielergebnis und Budget
- Budget: 78 Mio. US-Dollar (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- Weltweites Einspielergebnis: 179 Mio. US-Dollar
Rein rechnerisch lag die Gewinnschwelle bei rund 156 Mio. Dollar – der Film überschritt sie also. Dennoch verbuchte das Studio einen Verlust, weil die Marketingausgaben (geschätzt 30–40 Mio. Dollar) nicht in der offiziellen Budgetzahl enthalten sind. Hinzu kommt, dass Fox mit einem Start einer ganzen Filmreihe gerechnet hatte, die nie kam.
Der Film gilt als Flop, aber sein Einspielergebnis lag über dem Produktionsbudget – die Finanzen allein erklären nicht die Wut der Kritiker. Die vernichtenden Rezensionen und der karriereschädigende Ruf machten ihn zum eines der meistzitierten Negativbeispiele.
Kritiken und Zuschauerbewertungen
- Rotten Tomatoes: 17 % positive Kritiken, 44 % Publikumszustimmung (laut Rotten Tomatoes (Kritikerportal))
- IMDb: 5,8/10 (IMDb (Filmdatenbank))
- FILMSTARTS-Kritik: 1,5 von 5 Sternen (FILMSTARTS (Filmportal))
Die Fachkritik war sich einig: schwache Regie, inkohärente Handlung, enttäuschende Spezialeffekte. Der bekannte Kritiker Roger Ebert gab dem Film 2 von 4 Sternen und bemängelte vor allem das unausgegorene Drehbuch (RogerEbert.com (Filmkritik)).
Gründe für den Flop
- Regisseur Stephen Norrington und Sean Connery gerieten während der Dreharbeiten in Konflikt
- Das Drehbuch wurde mehrfach umgeschrieben und verlor die literarische Tiefe der Vorlage
- Die CGI-Effekte (besonders Mr. Hyde) wirkten selbst 2003 veraltet
Das Muster: Aus einer eigenwilligen Comic-Vorlage wurde ein konventioneller Actionfilm, der weder Fans der Vorlage noch ein breites Publikum überzeugen konnte.
Die Implikation: Der finanzielle Erfolg allein täuscht. Für Fox war der Misserfolg strategisch – das geplante Franchise war tot, bevor es begann.
Wer streamt die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen?
Aktuelle Streaming-Anbieter in Deutschland
- Disney+ (Disney+ (Streamingdienst))
- Prime Video (Amazon Prime (Onlinehändler))
Kauf und Leihe auf digitalen Plattformen
- Apple TV
- YouTube Store
- Sky Store
Die Preise liegen bei ca. 3,99 € (Leihe) bzw. 9,99 € (Kauf) – je nach Plattform.
Die Lehre: Wer den Film sehen will, braucht mindestens ein Abo bei Disney+ oder Prime – oder leiht ihn einzeln. Ein Hinweis für Fans: Die Bildqualität auf den Streaming-Diensten ist in 1080p, nicht 4K.
Wer ist die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen?
Die sieben Mitglieder der Liga
- Allan Quatermain (filmportal.de (deutsche Filmdatenbank))
- Mina Harker
- Captain Nemo
- Dr. Jekyll / Mr. Hyde
- Dorian Gray
- Tom Sawyer
- Der Unsichtbare (Griffin)
Jede Figur stammt aus einem klassischen Roman des 19. Jahrhunderts – von Bram Stokers „Dracula“ über H.G. Wells‘ „Der Unsichtbare“ bis zu Robert Louis Stevensons „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“.
Historische und literarische Vorbilder
Die Comic-Vorlage von Alan Moore und Kevin O’Neill (1999) collagierte diese Figuren zu einem viktorianischen Superheldenteam. Moore selbst distanzierte sich später von der Verfilmung und ließ seinen Namen aus dem Abspann entfernen.
Basiert der Film auf einer wahren Geschichte?
Nein. Der Film ist eine reine Fiktion, die literarische Figuren in einem alternativen Geschichtsrahmen zusammenbringt. Die Handlung – ein Team soll einen Weltkrieg verhindern – ist frei erfunden.
Der Mehrwert: Der Reiz liegt im Wiedererkennen der Figuren; für Literaturfans ist es ein humorvolles Crossover, das jedoch filmisch nie die Tiefe der Vorlage erreicht.
Ist „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ ein guter Film?
Handlung und Inszenierung
Die Prämisse: Eine geheimnisvolle Person namens „M“ rekrutiert sieben Außenseiter, um das Phantom zu stoppen, das einen Weltkrieg auslösen will. Der Film spielt im Jahr 1899 und mischt Steampunk-Ästhetik mit viktorianischem Setting.
Kritiker- und Publikumsmeinungen
- IMDb: 5,8/10 (IMDb (Filmdatenbank))
- Rotten Tomatoes: 17 % (Kritiker), 52 % (Publikum) (Rotten Tomatoes (Kritikerportal))
Auffällig ist die große Kluft zwischen Kritikern und Publikum: Während Fachleute den Film verrissen, fanden 52 % der Zuschauer ihn zumindest unterhaltsam.
Kultstatus trotz schlechter Kritiken
In Steampunk- und Comic-Kreisen hat der Film eine loyale Fangemeinde. Die ungewöhnliche Team-Zusammenstellung und die Retro-Ästhetik faszinieren auch 20 Jahre später noch. DVD- und Blu-ray-Verkäufe sowie regelmäßige Streaming-Abrufe belegen sein Nachleben als Kultfilm.
Der Clou: Der Film hat genau das erreicht, was er nie wollte – er wurde zum Geheimtipp für Nischenfans, aber nie zum Mainstream-Hit.
Warum hasste Sean Connery den Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“?
Connerys Unzufriedenheit am Set
Schon während der Dreharbeiten kam es zu Spannungen zwischen Connery und Regisseur Stephen Norrington. Connery, der eigentlich eine ruhige Produktion erwartet hatte, fand sich in einem hektischen Set mit ständigen Drehbuchänderungen wieder. Norrington selbst äußerte später Bedauern über die Konflikte (FILMSTARTS (Filmportal)).
Der Film als Auslöser für seinen Rücktritt
Nach dem Film zog Connery sich aus der Schauspielerei zurück. In einem Interview von 2005 sagte er: „Es war ein schrecklicher Film. Ich hasse ihn.“ (FILMSTARTS (Filmportal)). Viele sehen diesen Film als den Hauptgrund für sein Karriereende – andere verweisen auf gesundheitliche Probleme und sein Alter (Connery war 72 bei der Veröffentlichung).
Connerys spätere Äußerungen
Es war ein schrecklicher Film. Ich hasse ihn.
– Sean Connery, interview 2005 (FILMSTARTS (Filmportal))
Der legendäre Schauspieler, der einst James Bond und Indiana Jones’ Vater spielte, beendete seine Laufbahn mit einem Film, den er selbst verachtete. Der Trade-off: Ein schlechter Film beendete eine der größten Karrieren der Filmgeschichte.
Zeitleiste: Der Weg zum Flop
- 1999: Veröffentlichung des Comics „The League of Extraordinary Gentlemen“ von Alan Moore und Kevin O’Neill
- 2001: Ankündigung der Verfilmung durch 20th Century Fox (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- 11. September 2003: Kinostart in den USA (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
- 2003–2005: Connery äußert mehrfach seine Enttäuschung
- 2005: Connery sagt in Interviews: „Ich hasse diesen Film.“ (FILMSTARTS (Filmportal))
- Späte 2000er: Der Film gewinnt Kultstatus auf DVD und Streaming
Die Zeitleiste verdeutlicht den rasanten Abstieg eines vielversprechenden Projekts.
Was ist sicher, was bleibt unklar?
Bestätigte Fakten
- Budget und Einspielergebnis (78 Mio. USD / 179 Mio. USD)
- IMDb-Bewertung 5,8/10
- Sean Connerys Rücktritt nach diesem Film
- Film verfügbar bei Disney+ und Prime Video
- Comic-Vorlage von Alan Moore
Was unklar ist
- Ob Connery seinen Rücktritt ausschließlich wegen dieses Films erklärte
- Ob eine Fortsetzung jemals wirklich geplant war
- Genauer Wortlaut von Connerys Kritik am Set
Stimmen zum Film
Es war ein schrecklicher Film. Ich hasse ihn.
– Sean Connery, Schauspieler
Der Film hat eine inkohärente Handlung und verliert sich in Effekten.
– Roger Ebert, Filmkritiker (RogerEbert.com (Filmkritik))
Ich bedaure die Konflikte mit Sean – sie haben die Arbeit für alle erschwert.
– Stephen Norrington, Regisseur (FILMSTARTS (Filmportal))
Für Sean Connery bedeutete dieser Film das Ende einer Ära – für das Genre der Comicverfilmungen wurde er zur Warnung, dass selbst die größten Stars ein schwaches Drehbuch nicht retten können. Wer heute den Film sieht, versteht, warum: eine gute Idee, schlecht umgesetzt – aber mit einem Hauch von Nostalgie, der ihn bis heute sehenswert macht.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange ist die Laufzeit des Films?
110 Minuten.
Welche Altersfreigabe hat der Film?
FSK 16.
Gibt es eine Fortsetzung oder ein Remake?
Bislang nicht, aber ein Reboot ist in Planung (TV Spielfilm (Fernsehzeitschrift)).
Wer hat die Filmmusik komponiert?
Trevor Jones.
Was ist die Handlung des Films?
Ein geheimnisvoller Auftraggeber rekrutiert sieben literarische Figuren, um einen Weltkrieg zu verhindern.
Wie sind die Spezialeffekte des Films?
Überwiegend CGI, die selbst 2003 als veraltet galten – besonders die Darstellung von Mr. Hyde wurde kritisiert.
Wo wurde der Film gedreht?
In Prag, London und Malta.
Welche Auszeichnungen hat der Film erhalten?
Er wurde für mehrere Goldene Himbeeren nominiert, darunter Schlechtester Film und Schlechtester Schauspieler (Sean Connery).
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